Am Freitag, 3. September 2010, berichtete die Neue Luzerner Zeitung in ihrem wöchentlich erscheinenden Dossier über Fleischkonsum. Neben Beiträgen über das Fleischessen in der Schweiz, die Massentierhaltung, und die Gesundheit vegetarischer Ernährung, gab es auch einen Atikel zum Thema Rohkost. Dafür wurde ich, Rafael Järmann, zu meiner roh-veganen Lebensweise portraitiert.
Mit einer fairen Portion Skepsis wie auch interessierter Neugier schreibt die Autorin über meinen Weg zur Rohkost, meine Motivation für diese Lebensweise sowie die Erfahrungen und Auswirkungen die ich im persönlichen und sozialen Umfeld gemacht und erlebt habe. Der Artikel kann hier nachgelesen werden.
Vielen Menschen ist der Zusammenhang zwischen Ernährung und Klimawandel nicht bewusst. Zwar ist in den letzten Jahren unser Bewusstsein über die Vorteile von lokal produzierten Lebensmitteln gestiegen, aber über das bedeutendere Problem des globalen Fleischkonsums sind die wenigsten genügend informiert.
Schon seit einigen Jahren weisen Dokumentationen wie Devour the Earth – Die Ausbeutung der Erde auf die verherenden Auswirkungen der Tierindustrie auf unsere Umwelt hin. Seit 2006 bestätigen Untersuchungen der Welternährungsorganisation FAO, dass die Fleischindustrie rund ein Fünftel aller Treibhausgase verursacht. Somit trägt die Fleischproduktion mehr zum Klimawandel bei als der gesamte globale Transport – also mehr als die Summe aller Abgase von Autos, Lastwagen, Flugzeugen, etc. (Quelle)
Mittlerweilen weisen neuste Analysen des WorldWatch Instituts darauf hin, dass die Statistik der FAO eine beträchtliche Unterschätzung war. Laut den neuen Untersuchungen ist die weltweite
Tierindustrie für mindestens 51% (!) der produzierten Treibhausgase verantwortlich. (Quelle)
Zur Veranschaulichung wäre der Effekt aufs Klima also kleiner, wenn man beispielsweise weltweit alle Glühbirnen durch Energiesparlampen ersetzen und alle Autos, Lastwagen und Flugzeuge verbieten würde, als wenn man die Ernährung von tierischen auf pflanzliche Produkte umstellen würde.
Trotz diesen ernüchternden Einsichten wird die zentrale Problematik des Flesichkonsums von Politikern meist ignoriert. Wegen einer starken Lobby hinter der Tierdustrie berichtet auch die Presse wenig zu diesem Thema, und der simpelste und effektivste Lösungsansatz – weniger tierische Produkte zu konsumieren – wird kaum angesprochen. Dabei käme eine rein pflanzliche Ernährungsweise nicht nur dem Klima, sondern auch unserer eigenen Gesundheit zu Gute.
Dies ist eigentlich gleich doppelt erfreulich, und so setzen sich immer mehr Menschen aus den verschiedensten Bereichen (von Prominenten und Chef-Ökonomen über Hoteliers bis hin zu ganzen Städten) für eine vegane Lebensweise ein. Das Bewusstsein über die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Klimawandel wächst, und anstatt unser Wetter kaputt zu essen haben wir die Chance ohne grossen Aufwand, Kosten oder Verzicht auf Genuss der globalen Erwärmung effektiv entgegenzuwirken.
Treibhauseffekt: Fleisch vs. Vegi vs. Vegan
Mehr Informationen über die ökologischen Folgen des Fleischkonsums gibt es z.B. bei der Schweizerischen Vereinigung für Vegetarismus (SVV) unter http://www.vegetarismus.ch/info/oeko.htm
In Kreuzlingen am Bodensee ereignet sich gerade eine kulinarische Revolution. Seit kurzem gibt es dort das rein vegane Hotel Swiss. Dieses Luxushotel scheint eine Weltpremiere zu sein und bietet auch ein eigenes Restaurant nach dem Motto „Bewusst leben, essen & geniessen“.
Das innovative Projekt wurde von Dr. Ernst Walter Henrich von Dr. Baumann Cosmetic zusammen mit dem langjährig erfahrenen veganen Gastronomen Karl Schillinger gestartet. Nach eigenen Angaben wollen sie höchsten kulinarischen wie auch gesundheitlichen Ansprüchen nicht nur gerecht werden, sondern in dieser Hinsicht absolute Spitzenqualität anbieten.
Zur offiziellen Eröffnung des Hotels gab es am Samstag 13. und Sonntag 14. Juni 2009 eine gratis Degustation der Menükarte. Diese ist recht vielfältig und bietet zahlreiche Gourmet Gerichte basierend auf Soja- oder Weizen-Fleischanalogen (z.B. gebratene Ente, Hammelfleischspiess, etc.) und sogar ein paar Rohkost Speisen wie Rohkost Lasagne, Gazpacho Suppe, etc. Zum Dessert gibt es feines veganes Eis in verschiedenen Sorten, Pralines, Schoko-Mousse, rohköstliche Mohntorte und mehr. Auch leckere Shakes, alkoholfreie sowie alkoholhaltige Cocktails, Wein und Spirituosen stehen im Angebot. Zurzeit ist erst ein kleiner Teil des Angebots in Rohkostqualität aber angeblich soll die Menükarte bald zu einem Drittel aus Gourmet Rohkost bestehen. Somit wird das Hotel Swiss auch für Rohköstler ein spannendes Erlebnis.
Die Zimmer des Hotels sind luxuriös eingerichtet zum Teil mit grosszügigen Bädern, Terrasse, Flachbildschirm-Fernseher und jedes Zimmer hat einen eigenen Charakter. Ein Einzelzimmer kostet CHF 100.- und ein Doppelzimmer CHF 150.- pro Übernachtung. Ausserdem gibt es noch eine Bar die wie das Restaurant rauchfrei ist und einen Seminarraum. Im Restaurant findet man übrigens auch empfehlenswerte Literatur wie das Vegan.AT Magazin der Veganen Gesellschaft Österreich und verschiedene Flyer der Schweizer Vereinigung für Vegetarismus.
Weitere Informationen zum Hotel und Restaurant:
Mit dem Europäischen Vegetarismus-Label ausgezeichnet, rauchfrei, 16 Doppel- und 2 Einzelzimmer und 70 Plätze im Restaurant. Ausserdem gibt es einen Seminarraum für bis zu 40 Personen der mit modernster Technik eingerichtet ist und auch von geschlossenen Gesellschaften genutzt werden kann.
Ab 7 Uhr gibt’s Frühstück und von 12 bis 22.30 Uhr warme Küche. Die Bar ist geöffnet bis 2 Uhr.